Trend 2018: Vorangehen und nicht abwarten, bis Wettbewerber zucken

Trend – ein geschmeidiger Ausdruck für eine Entwicklung, die sich voraussichtlich durchsetzen wird. Also in der Zukunft. Ein Trend suggeriert Zögerlichen zugleich, dass ja noch Zeit zum Beobachten und Anpassen ist. Auf Digitalisierung trifft das längst nicht mehr zu. Digitalisierung ist der Bogen, der sich über alle Trends spannt – auch über die kommenden – und das logischerweise auch im Einkauf und in der Supply Chain.

Lesen Sie hier zudem einen Gastbeitrag zu dem Thema von Gregor van Ackeren in der Einkäufer im Markt, 1/2017.

Ein aktueller Trend ist beispielsweise, Wirtschaftlichkeit, Arbeitsbedingungen und soziale Verantwortung im Dreiklang zu managen. Schnelle ROIs, Mitarbeiterzufriedenheit und CSR-Maßnahmen mit signifikanter Senkung der CO2-Emissionen sind durch intelligente Lösungen und innovative Finanzierungsformen unkompliziert realisierbar. Grün rechnet sich zukünftig immer stärker. Aber nur dann, wenn die Zusammenhänge transparent und nachvollziehbar sind und so unternehmerisches Handeln auf messbaren Fakten basiert und nicht auf Trendannahmen. Digitalisieren der Prozesse macht’s möglich.

Digitalisierung ist ein PS-starker Motor. Aber sie ist kein Selbstzweck. Wer ohne Steuerung und prozessorientierter Idee dahinter „agiert“, produziert zwangsläufig schlechte Erfahrungen. Ein Verweis in die analoge Zeit sei hier gestattet: Viele Unternehmen folgten um die Jahrtausendwende mehr oder minder vorbereitet dem Trend China-Sourcing. Nicht wenige beklagten sich schnell – auch öffentlich – über „schlechte Produktqualität, Liefer- und Mitarbeitertreue in China“. Was man damals aber tunlichst verschwieg (auch Medienvertreter durchdrangen das seinerzeit nicht; Folge: China-Bashing), war die mangelnde professionelle Durchdringung dieses komplexen Themas im eigenen Unternehmen. Erst Jahre später waren Geschäftsleitung und Controller in der Lage, die Wertschöpfung mit sämtlichen Prozess- und Managementkosten exakt zu berechnen. Für die Mehrheit stand danach fest: Wir haben zwar bisher (noch) nicht den erhofften Return on Invest erzielt, aber wir können schlichtweg nicht mehr zurück. Der Trend hatte sich inzwischen längst zum State of the Art gewandelt.

Lieferkettenabsicherung durch Digitalisierung

Für den Einkauf gilt es nun, seine Kernaufgaben unter dem Bogen der Digitalisierung zu verrichten (besser gesagt: nicht zu vernachlässigen). Ganz oben auf der Agenda: das Managen der komplexen Risikopalette mit allen Volatilitäten, die sich aus Natur und Umwelt, Wirtschaft und Politik speisen. Hier gilt es mit synchronisierten Prozessen diese Aspekte so zu gestalten, dass sie zu einer durchgängigen Transparenz und Messbarkeit für das eigene Unternehmen führen. Die Digitalisierung ermöglicht es beispielsweise endlich auch, Sublieferanten verstärkt in den Fokus nehmen zu können, denn diese sind bei Analyse der Supply-Chain-Prozesse regelmäßig für einen erheblichen Anteil  der Unterbrechungen von  Lieferketten verantwortlich. Kürzere und vermehrte Innovationszyklen proklamieren nicht nur größere Unternehmen als Ziel für die kommenden Jahre. Wer in dieser Königsdisziplin nachhaltige Erfolge erzielen will, muss mit präzise aufeinander abgestimmten Lieferketten arbeiten. Richtiger Partner? Loyalität? Gleichgerichtete Unternehmensziele? Hier ist nicht knallhartes Fordern angesagt, sondern besonnenes methodisches Vorgehen in Kenntnis der Strukturen der anderen Seite. Oft wird das, was als LoI begann und später offiziell als Entwicklungspartnerschaft verkündet wurde, im Alltag nicht zu gelebter Praxis. Die Gründe für „schlechte Erfahrungen“ werden nur selten ernsthaft analysiert, oft weil Tools, Methodik und verfügbare Dokumentation nicht greifbar sind.

Digitalisierung erwächst aus Prozessen

Digitalisierung forciert und begünstigt tatsächlich kürzere Entwicklungszeiten, Time to Market und ermöglicht eine signifikante Reduzierung der Bestände. Die digitalen Möglichkeiten verschieben tradierte „Gesetzmäßigkeiten“ der Zusammenarbeit von Entwicklung, Technik, Einkäufern, Produktion, Logistik, SCM, Marketing und Vertrieb im Innenverhältnis und mit Lieferanten im Außenverhältnis. Es entstehen neue Formen des sogenannten Knowledge-Sharings  und Netzwerke, in denen Potenziale und Geschäftsmodelle bewertet und umgesetzt werden. Hierbei verschwimmen bei erfolgreichen Unternehmen zusehends die bis dato bestehenden Kunden-Lieferantenbeziehungen – hin zu einer Geschäftspartnerschaft auf Augenhöhe. Diese Umwälzungen für das Supply-Chain- und Einkaufsmanagement vollziehen sich mit zunehmender Geschwindigkeit, so dass tradierte Erfahrungen von früher keine verlässlich Basis mehr für zukunftsgerichtete Entscheidung mehr darstellen. Etablierte Prozesse, Strukturen, Organisationsformen und schließlich Hierarchien brechen auf. Unternehmer und Geschäftsverantwortliche müssen sich entsprechend positionieren, eindeutige Signale setzen, Maßnahmen begleiten und Raum geben. Das ist mehr, als nur „Industrie 4.0“ als Meilenstein in den Unternehmenszielen festzuschreiben. Die Erfahrung in vielen sich der Herausforderung stellenden Firmen zeigt immer wieder, dass sich Digitalisierung nicht von oben verordnen lässt. Solange sich die Führungskräfte nicht zunächst der Aufgabe stellen, die wesentlichen Geschäfts-und Ablaufprozesse zu analysieren, neu und effizient zu beschreiben und zu strukturieren, wird Digitalisierung nicht zum erhofften Erfolg führen.

Wer die anstehende Digitalisierung erfolgreich angehen will, darf sich nicht durch Barrieren bei IT-Systemen und durch die eigene fragmentierte, heterogene Prozess- und Tool-Landschaft ausbremsen lassen. Die wahrgenommen Chancen der rapide zunehmenden durchgängigen Vernetzung von Lieferant-Unternehmen-Kunde bescheren den „frühen“ Unternehmen weitreichende Wettbewerbsvorteile. Es hilft also nicht abzuwarten, bis Wettbewerber zucken.

Wir unterstützen Sie gerne … zum Beispiel in Sachen Einkauf 4.0, 360-Grad-Analysen, Risikomanagement, Kostenstrukturanalyse, Finanzierungslösungen für Ihre Investitionen …

Gregor van Ackeren
Geschäftsführender Gesellschafter

van der Meer Gruppe / VDMG (Oberhausen)
Mail: gregor.van.ackeren@vandermeergruppe.de


Unser Fokus: Ihr Einkauf – Ihre Inhalte, Prozesse und Finanzen
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